Die Pfarrkirche Sogn Vigeli (Vigilius) in Sedrun
Führer der Pfarrkirche St. Vigilius in Sedrun
| Hochaltar 1702 | |
| Der Hochaltar, dem Kirchenpatron gewidmet, ist ein Werk von Johannes Ritz von Selkingen, Wallis. Es war der erste Altar, den Ritz auswärts erbaute. Interessant ist auch der Vertrag zwischen der Kirchgemeinde und Ritz: | |
| Seitenaltäre | |
| Die zwei Altäre beiderseits des Gewölbes, vor dem Choreingang, stammen aus der Werkstatt von Ritz. Sie sind aber nicht von Johannes Ritz gebaut worden, sondern um 1725 von seinem Sohn Jodok Ritz. | |
| Rechts | Altar des hl. Sebastian. Zentrales Gemälde: hl. Sebastian, hl. Placidus, hl. Jakobus und hl. Karl Borromäus, vermutliche ein Werk von Sigisbert Frey, Disentis. Rechts vom Gemälde eine Statue eines unbekannten Bischofs, links hl. Martin, über dem Zentralgemälde hl. Lucius, rechts hl. Emerita und links hl. Placidus. |
| Links | Altar der hl. Brigitte. Das Gemälde stammt vermutlich auch von Sigisbert Frey; es zeigt hl. Brigitte von Irland und hl. Brigitte von Schweden als Klosterfrauen. Rechts hl. Florin von Remüs, darüber hl. Martin; links hl. Josef und darüber der Evangelist Johannes; in der Mitte die Statue des hl. Sebastian. |
| In der Kapelle links | Altar der Muttergottes des hl. Rosenkranzes. Stukkaturaltar von geringem künstlerischem Wert; zwei Teile aus künstlichem rotem Marmor und Dekorationen im Rokoko-Stil. In der Mitte eine Muttergottes-Statue aus dem Jahre 1889, um die Muttergottes Medaillons mit den fünfzehn Geheimnissen des Rosenkranzes. Der Altar wurde um 1691 errichtet, Künstler unbekannt. |
| In der Kapelle rechts | Altar des hl. Grabes. Das ist wohl der wertvollste gotische Altar unserer Pfarrkirche. Laut Visitationsbericht von 1643 bestand der damalige Altar aus Elementen dieses gotischen Altars. Der Künstler dieses schönen Werkes ist leider nicht bekannt. Der Altar, um 1515 errichtet, wurde 1888 restauriert, die Bilder im Jahre 1934 von Dr. Lausser. Im Mittelpunkt sehen wir die Muttergottes mit dem Christkind, links den hl. Vigilius und den hl. Sebastian mit den Pfeilen; rechts hl. Brictius Bischof und hl. Lucius mit Kugel und Stab. Darüber Blätterdekoration, dazwischen Reliefs von Vögeln und Engeln, hl. Florin und ein Bischof. Auf dem rechten Flügel die hl. Ursula mit Pfeil und die hl. Brigitte; auf dem linken Flügel die hl. Katharina und die hl. Barbara mit dem Kelch. Unten am Altar (an der Predella) Christus und die elf Apostel. Die Predella ist neu (1888), die Figuren sindjedoch alt. Das Gemälde auf den geschlossenen Flügeln stellt den Besuch der drei Könige in Betlehem dar. Hinter dem Altar das Gemälde mit Christus und den Jüngern im Olivengarten. Der Altartisch besitzt zwei Türen, die man öffnen kann, um Christus im Grabe zu bewundern, auf den offenen Türen zwei Engel als Wache. Ganz oben eine wertvolle Christus-Statue, Ecce Homo. |
| Kruzifix | Das Kruzifix von natürlicher Grösse, das im Gewölbe hängt, stammt aus der Zeit um 1690. |
| Kandelaber | Die Kandelaber aus der Barockzeit am Choreingang um ca. 1670. |
| Chorgestühl | Das Chorgestühl wurde zum Teil bei der Erbauung errichtet, später renoviert und um einen Stuhl erweitert. |
| Kirchenbänke | Die Kirchenbänke stammen aus dem Jahre 1973. |
| Portal | Das Portal wurde um 1692 erbaut, Reliefarbeit. Die Türschwelle ist neu, von C.A. Beer 1936. |
| Kanzel | Die Kanzel stammt vermutlich aus der gleichen Werkstatt wie das Chorgestühl und das Portal, also um 1692. |
| Beichtstuhl | Der Beichtstuhl wurde 1934 errichtet. Vorher befand sich dort beiderseits eine Türe, die ins Freie führte. Vor 1934 wurde hinter dem Hochaltar gebeichtet. |
| Kreuzweg | Die Tafeln stammen aus dem Jahre 1889 und sind eine Arbeit aus dem Atelier von G.G. Deplaz, Regensburg. 1973 wurden die Rahmen entfernt. |
| Gemälde | Das Gemälde über der Empore stellt den Kirchenpatron, den hl. Vigilius, und die Pfarrkirche sowie einen Teil des Dorfes Sedrun dar. In der Mitte: Der hl. Geist kommt über die Jünger. Das dritte Gemälde im Gewölbe zeigt Christi Auferstehung. Diese drei Gemälde stammen aus neuerer Zeit, der Maler ist nicht bekannt. Die Gemälde am Gewölbe sind älter. Rechts die Muttergottes: ECCE MATER TUA - links: ECCE FILIUS TUUS, Jesu Christi. |
| Orgel | Diese befand sich früher auf der Empore im Chor links über der zweiten Sakristei. 1805 wurde die Orgel von Silvester Walpen, Wallis, erweitert und auf die neue Empore über dem Portal versetzt. 1888 wurde die Empore auf die ganze Breite der Kirche erweitert. 1899 lieferte die Firma Mayer von Feldkirch eine neue Orgel mit 16 Registern und zwei Manualen. Am 6. Oktober 1957, am Rosenkranzfest, wurde die neue Orgel eingeweiht. Sie wurde von den Gebrüdern Metzler von Dietikon, Zürich, gebaut. |
| Vorhalle | Beiderseits des Eingangs befindet sich eine Statue. Beide stellen einen Bischof dar, vermutlich den hl. Vigilius. Links ist das Beinhaus, die Totenschädel und ein Gemälde des Fegefeuers wurden entfernt, die Statuen des hl. Dominik und der hl. Katharina, in der Mitte ein schönes Kruzifix, schmücken diese Kapelle. Rechts befand sich früher das Kirchenarchiv (heute im Gemeindehaus), seit 1979 Leichenkapelle. Fenster von Dea Murk: Auferstehung - die fünf Wundmale - Ostersonne. |
| Kleiner Turm | Glocken des kleinen Turms: Durchmesser 46 cm. Inschrift: «Et ferbum (!) caro factum est. Anno 1759. A.K. (Anton Keiser) ZUG GOSS MICH». Darstellung: Kreuzigung und Maria. Der Durchmesser der zweiten Glocke beträgt 47,5 cm. Inschrift: «Judica DNE nocentes me et expugna impugnantes me. JO BAPTISTA UND HANS GEORG ERNST ZU LINDAW GOSSEN MICH 1628.» |
| Der Turm | Romanischer Stil - quadratischer Grundriss und Rundbogenfenster. Bis zur Kreuzspitze misst der Turm 41,95 m. |
| Glocken im Turm | Grosse Glocke: Durchmesser 124 cm. Inschrift: «TU NOCUOS IM(B)RES INIMICOS TU AERIS AUSUS CHRISTI MERITUM TU PROCUL HINC AGITO. SANCTA MARIA ORA PRO NOBIS M D CCC XXI (1821) J.B. MONZINI FUDIT» |
| Gemälde auf dem Turm | Gegen Norden ein Gemälde des hl. Georg, es stammt aus dem 18. Jahrhundert. |
| Friedhof | Der Friedhof unterhalb der Kirche St. Vigilius in Sedrun war immer Friedhof für das ganze Tal. 1959 wurde er erweitert und neu eingeteilt. Aber wie war das vor Jahrhunderten, bevor eine Kirche im Tujetsch erbaut wurde? Vielleicht mussten unsere Vorfahren nach Disentis ziehen. Die St.-Agatha-Kirche in Disentis ist eine typische Talkirche und mag vor 1200 den ersten Bewohnern von Tujetsch, denjenigen von Medel und Disentis, als Gemeinschaftskirche gedient haben. |
| Zum Schluss | Die Kirche von St. Vigilius umfasst die drei wichtigsten sakralen Baustile, nämlich Romanik, Gotik und Barock. In romanischem Stil ist der Turm, 12./13. Jahrhundert, das Spitzdach stammt aus dem Jahre 1617. Der Altar des hl.Grabes datiert aus gotischer Zeit 1515 (Spitzbogen). |








